Gründungsjahre

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Gründungsjahre der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz

1945
Reichsärztekammer außer Funktion - statt dessen: Kommissarische Vertretungen der Ärzteschaft (Landes- und Bezirksärztekammern), eingesetzt durch die Militärregierungen und mit Unterstützung der Länderregierungen weiterhin auf Basis der Reichsärzteordnung, die im Laufe von einigen Jahren durch demokratisch gewählte Organe ersetzt werden. Gründung der ersten berufsständischen Organisationen auf bezirklicher Ebene mit Zustimmung der Militärregierung: Ärztekammer für Rheinhessen/Pfalz für Ärzte und Zahnärzte, Ärztekammer Koblenz (inkl. damals nassauische Kreise St. Goarshausen/Unterlahn und Unter- und Oberwesterwald), Ärztevereinigung Trier.

1946
Abtrennung Rheinhessens von der Pfalz auf Anordnung der Militärregierung und Bildung einer Ärztekammer Rheinland-Hessen/Nassau zusammen mit Koblenz-Montabaur-Trier mit Sitz in Koblenz.
Die bestehenden Organisationen in Mainz und Trier bleiben weiterhin erhalten - die neuformierte Ärztekammer Pfalz erhält die Eigenschaft einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind selbständige Abteilungen der Ärztekammern ("Kassenärztliche Verrechnungsstellen").

04.10.1947 Gründung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz als Zusammenschluss der bisherigen Ärztekammern in einer gemeinsamen Sitzung mit den angegliederten Kassenärztlichen Verrechnungsstellen.
Der Sitz der Landesärztekammer soll am Ort der Regierung (also Koblenz) sein. Ein Entwurf der Satzung der Landesärztekammer soll nach einer Wahl erörtert und beschlossen werden und den deutschen und französischen Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden. Der Zentralstelle Koblenz sind angeschlossen: Bezirksstelle Koblenz-Rheinland-Hessen / Nassau, Bezirksstelle Trier-Mosel, Bezirksstelle Mainz-Rheinhessen, Bezirksstelle Neustadt-Rheinpfalz.

15.11.1947
Wahl der Kreisobmänner und Kreisdelegierten.

22.11.1947 Wahl des Bezirksvorstandes der jeweiligen Bezirksstellen durch die Kreisobmänner und Kreisdelegierten. Am 6. Dezember 1947 soll die Wahl des Präsidiums erfolgen, wird jedoch mehrmals - zuletzt auf unbestimmte Zeit - verschoben.

07.01.1948 Auf Grund des Einspruchs mehrerer Ärzte wird die Wahl vom 15.11.1947 für ungültig erklärt. Auf Anordnung des Ministers für Gesundheit und Wohlfahrt soll eine Neuwahl basierend auf einer neuen Wahlordnung durchgeführt werden, die die Bildung von Wahlausschüssen unter Vorsitz des jeweiligen Amtsarztes vorsieht. Als Termin ist der 8. Mai 1948 vorgesehen.

05.05.1948 Durch Landesverfügung setzt der Minister die Wahlen vorerst aus und stellt fest, dass es zur Bildung einer Landesärztekammer Rheinland-Pfalz eines Gesetzes bedürfe, dessen Entwurf dem Landtag schnellstmöglich zugeleitet werden solle.
Anordnung zur Bildung eines Verwaltungsausschusses zur Wahrnehmung der Interessen der Ärzteschaft, der bis zur Neubildung auf Grund eines Gesetzes im Amt bleiben soll. Die bestehenden berufsständischen Einrichtungen sollen an die Weisungen des ärztlichen Verwaltungsausschusses gebunden sein. Aufgaben: Wahrnehmen der berufsständischen Belange der Ärzteschaft, ärztliche Versorgung der Bevölkerung, Aufrechterhaltung der berufsständischen Ordnung der Ärzteschaft, Mitwirkung bei der Vorbereitung des Landesgesetzes.

12.10.1949 1. Landesgesetz über die Kammern der Ärzte, Zahnärzte und Dentisten tritt in Kraft, wodurch die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz zur Körperschaft des öffentlichen Rechts wird.
Das Landesgesetz setzt die Vorschriften über die Einrichtung der berufsständischen Organisationen in der Reichsärzteordnung vom 13. Dezember 1935 außer Kraft.
Als Wahltermin wird der 18. März 1950 festgesetzt, kann jedoch wegen Widerspruchs der Landeskommission für die politische Säuberung in Rheinland-Pfalz nicht eingehalten werden. Da die Landesärztekammer eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sei, müsse die Wahl wie die zum Landtag beurteilt werden. Da erst mit dem 1. April 1950 eine Reihe von wahlberechtigten Ärzten auch wieder wählbar werden, wird der 5. April 1950 als Wahltermin bestimmt.

05.04.1950 1. Wahl der Vertreter der Bezirkskammern.

20.05.1950
Wahl des ersten Präsidenten der Landesärztekammer in Bad Kreuznach durch 67 der gewählten Vertreter der Bezirkskammern - Beendigung der Tätigkeit des Verwaltungsausschusses.

01.04.1953 2. Landesgesetz über die Kammern der Ärzte, Zahnärzte, Dentisten, Apotheker und Tierärzte - wesentlichste Änderung: Die Grundlage zur Gründung der Bezirksvereinigungen: Pfalz, Koblenz, Trier und Mainz.

23.09.1953 Abstimmung zur Auflösung der bestehenden Bezirksvereinigungen.

14.06.1954 Wahl der Vertretersammlungen für Landes- und Bezirksärztekammern.

09.10.1954 konstituierende Sitzung der Vertreterversammlung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

17.08.1955 Inkrafttreten des Gesetzes über das Kassenarztrecht (GKAR) - dadurch wird der Übergang der Kassenärztlichen Vereinigungen als bisherige Gliederungen der Landesärztekammern in selbständige Einrichtungen möglich.

1956 Genehmigung der Satzungen der Landes- und Bezirksärztekammern.

Präsidenten der Landesärztekammer:

  • 1950-1954 SR Dr. Hans Stein, Koblenz, Innere Medizin
  • 1954-1959 SR Dr. Gustav Krautbauer, Neustadt, Augenheilkunde
  • 1959-1986 Prof. Dr. Walter Kreienberg, Kaiserslautern, Innere Medizin, Physiologie
  • 1986-1996 SR Dr. Hans Engelhard, Koblenz, Innere Medizin, Betriebsmedizin
  • 1996-2001 Dr. Dieter Everz, Trier, Allgemeinmedizin
  • 2001-2016 Prof. Dr. Frieder Hessenauer, Ludwigshafen, Chirurgie, Visceralchirurgie, Gefäßchirurgie, Phlebologie
  • seit 2016 Dr. Günther Matheis, Trier, Chirurg.

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© 2002 - 2017  Landesärztekammer Rheinland-Pfalz  Stand: 25.10.2017