§ 14 Abs. 3 AVB

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Im Rahmen der medizinischen Versorgung sind möglicherweise Untersuchungen erforderlich, bei denen Blut, andere Körperflüssigkeiten oder Gewebe entnommen wird, u.U. ist auch eine Operation vorgesehen. Bei solchen Untersuchungen / Eingrif-fen kann sog. Überschussmaterial (Restmaterial) anfallen, das nicht mehr für die ärztliche Betreuung benötigt wird. Dieses Material wird entsprechend rechtlicher Vorschriften in aller Regel sachgerecht vernichtet. Für die medizinische Forschung ist es jedoch wertvoll. Daraus wurden und werden weltweit wichtige Forschungsergebnisse gewonnen, die dazu führen, dass Krankheiten zukünftig noch besser erkannt und behandelt werden können.

Aus diesem Grund wird der Universitätsmedizin das Überschussmaterial übereignet und die Erlaubnis erteilt, es unter folgender Maßgabe zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden.

1.) Bei dem Eingriff wird nicht mehr Material entnommen als für Untersuchung oder Behandlung regelmäßig notwendig ist. Diese Verpflichtung gilt für alle Ärzte und alle Einrichtungen der Universitätsmedizin.

2.) Das Material wird für die weitere Diagnostik und ärztliche Behandlung nicht mehr benötigt.

3.) Die Forschung erfolgt ausschließlich an der Universitätsmedizin Mainz oder an anderen Forschungseinrichtungen des öffentlichen Rechts in Deutschland (z.B. Universitäten). Material wird an diese ausschließlich anonymisiert und unter Beachtung des Handelsverbotes nach § 17 Transplantationsgesetz weitergegeben. Es wird jedoch kein Material an private Einrichtungen oder Firmen weitergegeben.

4.) Es werden keine personenbezogenen Daten des Patienten weitergegeben. Der wissenschaftlich tätige Arzt erfährt weder Namen noch Anschrift des Patienten. Ist der Wissenschaftler zugleich behandelnder Arzt, so ist er selbstverständlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

5.) Es werden keine Untersuchungen vorgenommen, die für den Patienten oder Familienangehörige von individueller Bedeutung sein werden. Dies bedeutet, dass die Forschung an dem ggf. zur Verfügung gestellten Material nicht mit einem persönlichen Gesundheitsnutzen verbunden sein wird. Dies gilt auch für Untersuchungen an Ihrer Erbsubstanz (Gene).

6.) Die Forschung ist nicht mit einem unmittelbaren kommerziellen Nutzen verbunden.

Die Zustimmung des Patienten zu dieser Bestimmung ist völlig freiwillig (s. Aufnahmevertrag). Der Patient braucht keine Gründe anzugeben, wenn er das Überschussmaterial nicht für Forschungszwecke zur Verfügung stellen will. Daraus erwachsen dem Patienten keine Nachteile. Die Zustimmung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Nachteile widerrufen werden (z.B. beim Stationsarzt); das Material wird dann, soweit es noch vorhanden ist, vernichtet.

Folgende Schritte helfen Ihnen, die notwendigen Unterlagen einzureichen, wenn das Forschungsvorhaben nicht unter die geschilderte Regelung mit der Universitätsmedizin Mainz fällt:


Zur Forschung an sogenanntem Überschussmaterial zählt die wissenschaftliche Nutzung u.a. von Körpergewebe aus Operations- und Sektionsresten, die ansonsten entsorgt werden sowie von Plazenta, Körperausscheidungen, Haare und Blut (Restmaterial einer Blutproben, die aus medizinischen Gründen entnommen wurde). Studienbedingte Blutentnahmen oder studienbedingte Biopsien fallen unter die Kategorie » "klinische Grundlagenforschung".

Für Ihren Antrag "Überschussmaterial" benötigen Sie:

1.) Anschreiben mit folgenden Angaben: verantwortlicher Arzt, Ort der Durchführung

2.) Kurzversion: » Antrag/Prüfplan

3.) Vorliegendes Votum: Bei Nachberatung (Berufsrecht)

4.) Probanden-/ Patienteninformation, Einwilligungserklärung

5.) » Muster Einwilligungserklärung

6.) Kenntnisnahme/ Zustimmung des Leiters der Klinik / des Instituts

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