Häufig gestellte Fragen

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Fachkunde Strahlenschutz gemäß Röntgenverordnung

1. Ich will nur Röntgen anordnen - brauche ich denn überhaupt die Fachkunde?
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2. Ich bin fachkundig in verschiedenen Anwendungsgebieten. Die Bescheinigungen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgestellt. Wann muss ich aktualisieren?
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3. Ich bin Facharzt für Radiologie - brauche ich zusätzlich die Fachkunde?
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4. Die Röntgenaufnahme wird doch durch die MTRA durchgeführt - wieso soll ich beim Sachkundeerwerb die technische Durchführung von Röntgen erlernen?
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5. Ich bin fachkundig nach "Übergangsregel" - bin ich in allen Diagnosegebieten fachkundig?
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6. Muss ich die Strahlenschutzkurse selbst bezahlen oder übernimmt die Klinik diese Kosten?
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7. Ich habe den Spezialkurs erst jetzt besucht, aber die Sachkunde schon 2000 erworben - kann ich noch die Fachkunde beantragen?
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8. Nach neuer Richtlinienregelung müssen zum Sachkundeerwerb Mindestfallzahlen nachgewiesen werden. Wie muss dieser Nachweis geführt werden ? Reicht es aus, wenn ich Ihnen meinen Tätigkeitsbericht (= Fallsammlung) schicke ?
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9. Ich habe meine Fachkundebescheinigung 2005 erhalten. Wann muss ich aktualisieren - irgendwann im Jahr 2010 ?
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1.

Ich will nur Röntgen anordnen - brauche ich denn überhaupt die Fachkunde?

Jein - Es kommt darauf an, ob Sie Röntgen in eigener Verantwortung anordnen oder nicht.

Jede Röntgenaufnahme darf nur dann durchgeführt werden, wenn vorher eine rechtfertigende Indikation gestellt wurde. Bei der rechtfertigenden Indikation sind der diagnostische Nutzen und der unmittelbare gesundheitliche Nutzen für den Patienten gegenüber der möglicherweise verursachten Schädigung der einzelnen Person abzuwägen.
Der Arzt, der die rechtfertigende Indikation zu verantworten hat, muss fachkundig sein. Wenn Sie selbst diese Abwägung, also die Indikation, alleine zu verantworten haben, müssen Sie fachkundig sein. Wenn vor der Durchführung der Röntgenaufnahme der Patient in den Verantwortungsbereich eines anderen Arztes (der fachkundig ist) überstellt wird, der möglicherweise die Indikation widerrufen kann, müssen Sie nicht fachkundig sein.

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2.

Ich bin fachkundig in verschiedenen Anwendungsgebieten. Die Bescheinigungen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgestellt. Wann muss ich aktualisieren?

Grundsätzlich ist der Aktualisierungskurs nach RöV keinem bestimmten radiologischen Anwendungsgebiet zugeordnet, d.h. er ist von allen Fachkundigen zu besuchen, unabhängig von den unterschiedlichen zugeteilten Fachkundebescheinigungen.
Wird die Aktualisierung nicht oder nicht pünktlich absolviert, muss die bisherige Fachkunde unter Umständen nach den geltenden Vorschriften in vollem Umfange erneut erworben werden. Eine Fortführung der bisherigen Tätigkeit ist rechtlich damit nicht mehr zulässig.
Dies bedeutet, dass Sie sich in jedem Fall an der ältesten bestehenden Fachkunde orientieren müssen und den dafür vorgesehenen Maximaltermin einhalten müssen. Später zugeteilte Fachkunden sind dann im weiteren Ablauf durch den bereits durchgeführten Kurs mit "eingefangen", denn Sie dürfen keinesfalls zu spät, aber durchaus zu früh aktualisieren. Für die weitere Aktualisierung ist nun nur noch zu beachten, dass der 5-Jahres-Rhythmus von dem jeweilig zuletzt besuchten Kurstermin abhängig ist.
Beispiel: Die erste Bescheinigung wurde am 15.07.2002 ausgestellt (Aktualisierung bis maximal zum 15.07.2007). Sie besuchen also einen Kurs z.B. am 10.06.2007. Die zweite Bescheinigung wurde am 20.08.2005 ausgestellt (Aktualisierung bis maximal zum 20.08.2010). Dadurch, dass Sie bereits am 10.06.2007 aktualisiert haben, haben Sie zwar hinsichtlich der zweiten Bescheinigung zu früh aktualisiert, aber Sie haben aktualisiert. Die nächste Aktualisierung (und zwar für beide Fachkunden) muss dann bis maximal 10.06.2012 durchgeführt werden.

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3.

Ich bin Facharzt für Radiologie - brauche ich zusätzlich die Fachkunde?

Ja - Im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung bestehen in verschiedenen Facharztgebieten detaillierte Verpflichtungen zum Erwerb spezieller Kenntnisse und Fähigkeiten im Röntgen.
Die Auflagen der Röntgenverordnung sind damit allerdings nicht unmittelbar erfüllt. Mit der Weiterbildung und der Facharztanerkennung erhalten Sie vordergründig eine medizinische Ausbildung. Auch wenn der Radiologie im Rahmen seiner medizinischen Tätigkeit sicherlich mehr über den Strahlenschutz erlernt als jeder andere Facharzt, muss er die Fachkunde gesondert und zusätzlich zu seiner ärztlichen Weiterbildung erwerben.
Der Erwerb der Fachkunde ist kein Bestandteil der Weiterbildungsordnung - ist also keine Voraussetzung zur Facharztanerkennung -, sie ist aber auch nicht automatisch mit der Facharztanerkennung erworben.
Hinsichtlich der zugrunde gelegten rechtlichen Bestimmungen ist die Fachkunde gesondert bei der Landesärztekammer zu beantragen. Darüber hinaus sind auch die besonderen Anforderung an das Sachkundezeugnis zu beachten.

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4.

Die Röntgenaufnahme wird doch durch die MTRA durchgeführt - wieso soll ich beim Sachkundeerwerb die technische Durchführung von Röntgen erlernen?

Abgesehen von den typischen Anwendungsgebieten, bei denen der Arzt die Röntgendiagnostik typischerweise selbst durchführt - also die Durchleuchtung, Interventionen u.a. - wird die Aufnahme üblicherweise durch entsprechend ausgebildete nichtärztliche Personen durchgeführt.
Trotzdem ist nach Richtlinie zur RöV für den Sachkundeerwerb das Erlernen der Anordnung, der Beurteilung und der technischen Durchführung von Röntgen vorgeschrieben.
Es ist nicht erforderlich, dass der die Sachkunde Erwerbende eine Mindestzahl von Untersuchungen auch selbst in vollem Umfang technisch durchführt; insbesondere dürfen keine ungerechtfertigten Röntgenuntersuchungen technisch durchgeführt werden, um das Ausbildungsziel zu erreichen.
Allerdings muss sichergestellt sein, dass die technische Durchführung in einem begrenzten Zeitraum in angemessenem Umfang praktisch erlernt wird. Ziel dieser Ausbildung ist letzten Endes die Fachkundebescheinigung in einem bestimmten Diagnosegebiet und damit die rechtliche Befähigung die komplette Verantwortung für die entsprechenden Röntgenaufnahmen zu tragen. Dazu gehört auch, dass im Notfall auch die Röntgenuntersuchung möglicherweise zu Ende geführt wird.

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5.

Ich bin fachkundig nach "Übergangsregel" - bin ich in allen Diagnosegebieten fachkundig?

Nein - Die Bestimmung des § 45 Abs. 2 RöV 1988 regelt, dass ein nach dieser Regelung fachkundiger Arzt die radiologische Tätigkeit fortsetzen darf, die er mit einem Zeugnis für die Zeit vor 1988 belegen kann.
Mit der Einführung der Fachkundebescheinigung wird seit 1988 ein Arzt nicht pauschal als fachkundig bezeichnet, sondern immer nur für die Diagnosegebiete, deren spezielle Ausbildung er nachweisen konnte.
In der Interpretation durch die zuständige Behörde wird die Fachkunde nach Übergangsregelung nicht mit der Aufteilung/Zuordnung der "modernen" Fachkunde gleichgesetzt, sondern der in dem erlernten Facharztgebiet üblicherweise angewandten Röntgengebieten.
Es wird hier immer der Einzelfall betrachtet werden müssen, aber üblicherweise gilt z.B. der Orthopäde als fachkundig im Skelett, der Internist im Thorax und Abdomen und je nach ausgeübter Tätigkeit alle in der Notfalldiagnostik.
Eine deutliche Ausnahme bildet die Computertomographie, da diese Technik in der Zeit vor 1988 wenn überhaupt, dann meist nur von Radiologen angewandt worden war, so dass also in der Regel auch nur Radiologen nach Übergangsregelung im CT fachkundig sein können.

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6.

Muss ich die Strahlenschutzkurse selbst bezahlen oder übernimmt die Klinik diese Kosten?

Nein
- Die Röntgenverordnung ist ein personenbezogenes Gesetz, d.h. Sie selbst haben die daraus entstehenden Verpflichtungen hinsichtlich Ihrer Berufsausübung zu erfüllen.
Die Fachkundebescheinigung ist Ihre persönliche Qualifikation, die Sie - zwar mit der Auflage der regelmäßigen Aktualisierung - auf Lebenszeit erwerben.
Aber es sicherlich richtig, dass der Krankenhausträger als Strahlenschutzverantwortlicher Vorteile aus Ihrer persönlichen Qualifikation zieht.
Viele Krankenhäuser übernehmen die vollen Kosten der Kursbesuche, allerdings auch häufig in Abhängigkeit der Dauer der weiteren Beschäftigung in entsprechender Position. Eine Verpflichtung zur Übernahme der Kosten besteht nicht.
Fragen Sie in Ihrer Klinik nach!

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7.

Ich habe den Spezialkurs erst jetzt besucht, aber die Sachkunde schon 2000 erworben - kann ich noch die Fachkunde beantragen?

Nach Röntgenverordnung ist der Besuch des 8-stündigen Kenntniskurses vor Beginn des Sachkundeerwerbs vorgeschrieben, dessen Vorliegen durch den aufsichtsführenden Arzt zu prüfen ist.
Dies bedeutet: Je älter der Kenntniskurs, um so günstiger für die Anerkennung der Sachkundezeit. Wann Sie den Spezialkurs besucht haben ist unerheblich, es sei denn er ist älter als 5 Jahre, dann müssen Sie ihn erneut besuchen.

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8.

Nach neuer Richtlinienregelung müssen zum Sachkundeerwerb Mindestfallzahlen nachgewiesen werden. Wie muss dieser Nachweis geführt werden ? Reicht es aus, wenn ich Ihnen meinen Tätigkeitsbericht (= Fallsammlung) schicke ?

Nein
, das reicht nicht aus.
Nach Vorgabe der Richtlinie zur Fachkunde ist "der Erwerb der Sachkunde durch ein Zeugnis nach den in Anlage 13 [der Richtlinie] niedergelegten Gesichtspunkten nachzuweisen." Nach dieser Anlage 13 soll das Sachkundezeugnis u.a. enthalten: "Angabe der Zeitdauer und der Art der Tätigkeit, die zum Erwerb der Sachkunde auf dem jeweiligen Anwendungsgebiet geführt hat und Darstellung der Anzahl der Anwendungen von Röntgenstrahlung."
Es ist richtig, dass - sozusagen als Nebenpflicht zum Sachkundeerwerb - "die Anwendungszahlen und Mindestzeiten in einem Tätigkeitsbericht aufzuzeichnen und von einem aufsichtsführenden fachkundigen Arzt monatlich zu bestätigen" sind.
Dieser Tätigkeitsbericht kann zwar im Ausnahmefall von der Landesärztekammer angefordert werden, ist aber in der Regel nicht Bestandteil der Antragsunterlagen zur Fachkunde.
Die Fallzahlen selbst müssen aber durch den Sachkundevermittler im Sachkundezeugnis nachgewiesen werden.

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9.

Ich habe meine Fachkundebescheinigung 2005 erhalten. Wann muss ich aktualisieren - irgendwann im Jahr 2010 ?

Nein.
Gemäß § 18 a Abs. 2 der Röntgenverordnung muss die Fachkunde "mindestens alle fünf Jahre" aktualisiert werden. Maßgeblich für die Aktualisierung ist der Zeitpunkt des Erwerbs der Fachkunde. Die Fachkunde wird mit Ausstellung der Fachkundebescheinigung erworben. Es ist also für die Aktualisierung das Ausstelldatum der Bescheinigung zu beachten. Die Aktualisierung muss tagesgenau erfolgen.
Ist die Bescheinigung z.B. am 11.03.2005 ausgestellt worden, so hat die Aktualisierung bis zum 11.03.2010 (also vor dem 11.03.) zu erfolgen.
Schon ein Tag Verzug würde bedeuten, dass Ihre Fachkunde die Fortgeltung verliert, Sie also nicht mehr selbst röntgen dürfen, bzw. nicht mehr eigenverantwortlich Röntgen indizieren dürfen. Dies könnte letztendlich auch dazu führen, dass Ihnen die Fachkunde endgültig entzogen werden könnte.
Da von den entsprechenden Schulungsunternehmen nicht ständig Kurse angeboten werden, empfehlen wir Ihnen sich ca. 6 Monate vor Ablauf um einen "Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde gemäß RöV" zu bemühen.
Hinweis: Auf den Fachkundebescheinigungen, die die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz ausstellt, ist in der Regel das Datum angegeben bis zu dem Sie maximal aktualisieren müssen. Vorsicht: Das Datum bezieht sich ausschließlich auf diese Bescheinigung und berücksichtigt nicht, ob Sie möglicherweise schon in einem anderen Diagnosegebieten fachkundig sind (siehe auch » Frage 2).

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© 2002 - 2017  Landesärztekammer Rheinland-Pfalz  Stand: 25.10.2017