Ausgabe E-Arztausweis gestartet

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Die Ausgabe beginnt: Ärztinnen und Ärzte, die den elektronischen Arztausweis nutzen möchten, können diesen nun beantragen. Die Ärztekammern in Rheinland-Pfalz gehören bundesweit zu den ersten Kammern, die dies ihren Mitgliedern ermöglichen.
Und zwar ganz unbürokratisch im geschützten Mitgliederbereich auf der Internetseite Ihrer zuständigen Bezirksärztekammer.

In drei Schritten zum elektronischen Arztausweis

Drei Schritte sind nötig, um den elektronischen Arztausweis zu beantragen:

1.) Melden Sie sich online im geschützten Mitgliederbereich Ihrer zuständigen Bezirksärztekammer an und klicken Sie auf den Button „Elektronischer Arztausweis“. Wählen Sie nun die Rubrik „Antrag“ aus. Es öffnet sich das Formular mit einer entsprechenden Eingabemaske. Prüfen Sie Ihre Stammdaten und leiten Sie das Formular per Mausklick unbürokratisch an Ihre Bezirksärztekammer zurück.

2.) Ihre Bezirksärztekammer meldet sich bei Ihnen per mail und teilt Ihnen Ihren Zugangscode für die Internetseite des Zertifizierungsanbieters (ZDA) mit. Sie können mit diesem Code sowohl auf der Internetseite Ihrer Bezirksärztekammer als auch auf der Homepage des Zertifizierungsanbieters ihren elektronischen Arztausweis freigeben. Es öffnet sich eine Eingabemaske. Prüfen Sie Ihre Stammdaten und drucken Sie dann das Formular aus. Kleben Sie nun noch Ihr Passbild auf das hierfür vorgesehene Feld und unterschreiben Sie das Formular.

3.) Gehen Sie mit dem unterschriebenen Formular und einer Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses nach einer Terminabsprache zu Ihrer Bezirksärztekammer, damit dort die Identifizierung Ihrer Person erfolgen kann. Um die Weiterleitung des Formulars an den Zertifizierungsanbieter kümmern sich anschließend die zertifizierten Mitarbeiter Ihrer Bezirksärztekammer. Die Identifizierung können Sie auch bei einer Poststelle (PostIdent) vornehmen. Den elektronischen Heilberufsausweis sendet Ihnen schließlich der Zertifizierungsanbieter zu.
Bitte beachten Sie, dass das Ausweisdokument bei Antragstellung noch vier Wochen gültig sein muss; bei PostIdent muss es noch drei Monate gültig sein.

Elektronischer Arztausweis ermöglicht qualifizierte, elektronische Signatur

Der elektronische Arztausweis ist politisch gewollt. Er ist eine kreditkartengroße Plastikkarte mit Foto. Er wird den bisher üblichen Arzt-Sichtausweis ersetzen können und enthält einen Mikrochip, auf dem die qualifizierte Signatur des Arztes gespeichert ist. Ärztinnen und Ärzte können daher mit dem elektronischen Arztausweis elektronische Dokumente rechtsgültig signieren. Solche Dokumente sind damit rechtlich einem handschriftlich unterzeichneten Papierdokument gleichgestellt. Ärztinnen und Ärzte können sich mit diesem neuen Ausweis auch online authentifizieren und wichtige, sensible Daten sicher ver- und entschlüsseln. Der elektronische Arztausweis kann somit aus technischer Sicht genauso viel (und genauso wenig) wie jede andere sogenannte Smartcard auch. Der bisherige Arzt-Sichtausweis behält nach wie vor seine Gültigkeit und ist bei der zuständigen Bezirksärztekammer erhältlich.

Nützlich auch für die Online-Abrechnung

Der elektronische Arztausweis kann auch für die online-Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung genutzt werden. Zur Erinnerung: Für Vertragsärzte ist seit diesem Jahr die Online-Abrechnung zwingend eingeführt. Für diese wird eine elektronische Unterschrift benötigt. Allerdings: Für die online-Abrechnung können neben dem elektronischen Arztausweis auch andere sogenannte Smartcards oder KV-Safenet genutzt werden. Weitere Informationen zu den technischen Anforderungen der online-Abrechnung erteilt die KV RLP.

Nur mit einer späteren Version des elektronischen Arztausweises werden die politisch angedachten Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte genutzt werden können. Die elektronische Gesundheitskarte wird die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen. Mit dem elektronischen Arztausweis sollen Ärztinnen und Ärzte auf die Gesundheitsdaten zugreifen können, die der Patient hierfür auf seiner Karte freigegeben hat. Die derzeit auf dem Markt zur Verfügung stehenden elektronischen Arztausweise sind jedoch noch nicht in der Lage, mit der Gesundheitskarte zu kommunizieren. Ein Austausch der Karte wird deshalb bei Einführung der elektronischen Gesundheitskarte nötig werden.

Die rheinland-pfälzischen Kammern haben ihre Hausaufgaben zuverlässig erledigt

Ein klares Wort zu den Kosten: Die Kammern in Rheinland-Pfalz haben zuverlässig ihre Hausaufgaben gemacht, damit die Mitglieder, die jetzt einen elektronischen Arztausweis nutzen möchten, diesen zeitnah bekommen können. Diese aufwändige Zusatzaufgabe haben die Kammern in Rheinland-Pfalz gelöst - ohne den Kammerbeitrag anzuheben. Allerdings wird der elektronische Arztausweis trotzdem Geld kosten.

Kosten entstehen nicht wegen der Kammern, sondern wegen externer Anbieter

Diese Kosten entstehen jedoch nicht durch die Kammern, sondern zum einen wegen des Signaturgesetzes. Denn gemäß Signaturgesetz müssen die Kammern bei der Herausgabe der Ausweise mit externen, zugelassenen Zertifizierungsanbietern zusammenarbeiten, die sich ihre Dienstleistung vom Nutzer bezahlen lassen.
Zum anderen entstehen Kosten durch die Anschaffung der nötigen Hard- und Software für den Arztausweis-Inhaber, um Zugang in die Telematik-Welt zu bekommen. Somit wird der elektronische Arztausweis nach derzeitigem Stand monatlich 10,40 Euro kosten. Hinzu kommen einmalige Kosten für ein Kartenlesegerät und eine Software zum Signieren in Höhe von 139,80 Euro.

© 2002 - 2017  Landesärztekammer Rheinland-Pfalz  Stand: 25.10.2017